Bert Wollersheim

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Verschmähte Bräute ?

Warum Ausbildungsplätze frei bleiben

Mit Engelszunge redet er auf die versammelten Mitglieder seiner Innung ein, doch "um Himmels willen" die Imagekampagne des Zentralverbandes zu unterstützen. Meister Eilts weiß wofür er sich engagiert: bereits im letzten Jahr konnte der Obermeister seine Ausbildungsplätze nicht besetzen.

Warum können Betriebe Ausbildungsplätze nicht besetzen?

Köche, Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk, Fachkräfte im Gastgewerbe, Fleischer und Bäcker haben den größten Anteil an der Gesamtzahl der alljährlich unbesetzten Ausbildungsplätze. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) fand in seiner Studie: "Image als Berufswahlkriterium" heraus, dass diese Berufe wegen ihrem schlechten Image, den Betrieben Rekrutierungsprobleme bereiten. Diese Imageprobleme werden um so deutlicher, je weniger Schüler und Schülerinnen aufgrund des demografischen Wandels die Allgemeinbildenden Schulen verlassen.

Bereits 2008 hatte auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Ausbildungsreport auf die seit Jahren bekannten, oft als unzumutbar bezeichneten Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in den oben genannten Berufen aufmerksam gemacht. Die Nicht-Einhaltung von Ausbildungsordnungen, die Verrichtung ausbildungsfremder Tätigkeiten, unbezahlte Überstunden, das Arbeits- und Betriebsklima im Allgemeinen, sind die Kritikpukte.

Selbst die Autoren der oben erwähnten BIBB-Studie halten eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen in diesen Berufen sowie eine bessere Bezahlung der Beschäftigten für unabdingbar.

Mängel beim Ausbildungsmarketing

Neben Imageproblemen ist eine Vielzahl von Versäumnissen im Ausbildungsmarketing der Betriebe dafür verantwortlich, dass Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Darauf weist das Bundesinstitut für Berufsbildung in seinem Ausbildungsmonitor aus dem Herbst 2009 hin.

Besonders häufig konnten Ausbildungsplätze dann nicht besetzt werden, wenn Betriebe sich nicht an Ausbildungsmessen beteiligten, sich statt langfristiger Planung in der Regel eher spontan und kurzfristig für Ausbildung entschieden, sich nicht für Schüler-Betriebspraktika öffneten und ihre offenen Stellen viel zu spät bei den Arbeitsagenturen gemeldet haben.

Viele Betriebe warten nur auf Initiativbewerbungen und haben selbst auf ihren Firmenhomepages keine Hinweise auf aktuell zu besetzende Ausbildungsplätze, recherchierte der Internetdienst www.berufswahlnavigator.de

Andererseits hatten Betriebe, die all diese Punkte eines aktiven Ausbildungsmarketings optimal nutzten, keine Probleme ihre Ausbildungsstellen zu besetzen.

Oft waren auch extrem hohe Anforderungen der Grund dafür, dass Betriebe nicht die gewünschten Bewerber fanden. In diesen Fällen, lassen überzogen hohe Anforderungen an Bewerber vermuten, "dass es hier eher um die Rekrutierung von sofort einsetzbaren Arbeitskräften und weniger um die Ausbildung von Jugendlichen geht", so das Bundesinstitut für Berufsbildung in seinem Report.