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© Bert Wollersheim Das Arbeitsgericht tagt ________________________________________________________ Klärung von Streitigkeiten aus Ausbildungsverhältnissen Auszubildende sind oft hilflos, wenn es Probleme mit dem Ausbildungsbetrieb gibt. Sie verzichten dann meist auf die Durchsetzung ihrer Rechte, weil sie auf Konflikte in der Ausbildung nicht vorbereitet sind, nicht wissen, wo ihre Rechte begründet sind und an wen sie sich wenden können. Resigniert erscheinen sie dann bei den Arbeitsämtern um entweder eine neue Ausbildungsstelle zu finden, oder in ein Arbeitsverhältnis einzusteigen. Dieses Unterrichtsbeispiel soll SchülerInnen mit den Anlaufstellen bei Konflikten in Ausbildungsbetrieben bekannt machen und ihnen beispielhaft die Durchsetzung ihrer Rechte demonstrieren. Die Fallbeispiele aus der Praxis können sowohl im Rahmen einer fallmethodischen Vorgehensweise bearbeitet werden, als auch Ausgangssituation für Rollenspiele darstellen. Zur Einführung werden die Anlaufstellen bei Konflikten aus Ausbildungsverhältnissen vorgestellt (Ablaufschema / Auszug aus: "Übersicht über das Recht der Arbeit" ) Als Arbeitsmaterial und Handapparat zur Auseinandersetzung mit den Fallbeispielen bietet sich auch die Broschüre .."Arbeit und Beruf" an. Sie kann beim Bundesminister für Bildung auch als Klassensatz kostenlos bezogen werden. Sie enthält neben dem Berufsbildungsgesetz .....auch das.. Jugendarbeitsschutzgesetz. ........... Siehe auch Rechtsratgeber Für die Durchführung der Rollenspiele empfiehlt es sich, den Klassenraum "umzubauen", d.h. es wird ein Sitzkreis gebildet, in dessen Mitte die Institutionen (Schlichtungsausschuss/ Ausbildungsberater / Arbeitsgericht ) eingerichtet werden. Für die Fallbeispiele werden die Rollen verteilt und die Plätze eingenommen. Die Lehrkraft agiert als Impulsgeber im Hintergrund. Der/die Auszubildende(n) haben die Möglichkeit, bevor sie in ihren Rollen tätig werden, sich mit einem/einer MitschülerIn zu beraten, und diese/n an allen weiteren Aktivitäten als Berater zu beteiligen. Die nicht direkt am Rollenspiel beteiligten fungieren als Beobachten und führen Protokoll. Zur Lösung der Fälle ist immer ein Blick in das Gesetz notwendig. Die entsprechenden Textstellen im Gesetz, die zu einer Lösung des Falles führen bzw. die Entscheidung begründen, sollen laut von einem "Richter" (oder einem Vertreter im Schlichtungsausschuss) vorgelesen werden. Die entwickelte Lösung des Falles wird im Plenum diskutiert, bevor dann das nächste Rollen- Fallbeispiel behandelt wird. Schwierigkeiten entstehen regelmäßig beim Lesen und Verstehen der Gesetzestexte. Hier bietet sich an, dass der "Impulsgeber" (LehrerIn oder Berufsberater) den wesentlichen Inhalt des entsprechenden Textes verdeutlicht. Es wird empfohlen, später dann auch einer echten Arbeitsgerichtsverhandlung mit den Schülern beizuwohnen. |