Bert Wollersheim

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"Eigentlich wäre ich gern..."

"Wähle einen Beruf, den du liebst und du musst keinen einzigen Tag in deinem Leben arbeiten", soll bereits Konfuzius geraten haben.

Wer seinen Traumberuf realisieren kann, dürfte diesen Glückszustand erreichen. Beate Westphal definiert in ihrem Ratgeber: "Eigentlich wäre ich gern..." den Traumberuf so: "...ein Job, in dem wir unsere Talente voll ausleben können"

Leider hält die Arbeitswelt von heute nur wenige Nischen bereit, in denen Traumjobs ausgeübt werden können. Bei der konsequenten Suche nach den Gründen stößt die Autorin auch auf die politische Dimension unserer Arbeitswirklichkeit und stellt fest: "Sie (die Arbeitnehmer) haben kein Recht, selbst zu bestimmen, was sie arbeiten, noch wie oder wann und in welchem Tempo sie es tun."

Die "Traumjobdetektivin" liefert aber keinen Ratgeber zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. In ihrem Focus steht der isolierte, das heißt die oben gewonnene Erkenntnis ignorierende Versuch, dennoch den ganz persönlichen Traumjob zu finden.

Angeregt durch ihre eigene Biografie bietet sie eine Anleitung zur Entdeckung der individuellen Interessen, Fähigkeiten und Eigenschaften als Basis für die Entwicklung möglicher beruflicher Tätigkeiten. Es ist das klassische Instrumentarium professioneller Berufsberatung, aber in einer anderen Atmosphäre. Sie ermutigt, genau hinzuschauen, welche Wunschvorstellungen insgeheim vorhanden sind. Dafür ist das Buch zum Teil als Arbeitsbuch angelegt.

Berufstätigen, die sich beruflich neu orientieren wollen oder müssen, ist dieser Ratgeber eine nützliche Orientierungshilfe. Dies auch deshalb, weil die öffentliche Arbeitsberatung, mit ihrer Kernaufgabe der Beratung von bereits beruflich tätigen Erwachsenen, mit der Neuorganisation der Arbeitsagenturen in Deutschland wegrationalisiert wurde. Den Lesern ist zu wünschen, dass bei der Realisierung ihrer Traumberufe in der konkreten Arbeitswelt möglichst viel Raum zu Entfaltung ihrer Talente bleibt.

Dass der Campus Verlag in seiner "Vorschau Herbst 2010" das Buch auf einen "Berufsfindungsratgeber für Frauen" reduziert, ist sicherlich einer Marketingstrategie geschuldet.

Beate Westphal: "Eigentlich wäre ich gern..."

Frankfurt 2010; Campus Verlag ISBN 978-3-593-39096-3; 17,90 €